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Stimmtherapeutische Verfahren:

Im Bereich der Stimmtherapie existieren vielfältige Verfahren. Es gibt die so genannten klassischen Ansätze und neuere, ganzheitliche oder funktionsbezogene therapeutische Richtungen.

Unseren Erfahrungen nach hat es sich bewährt, den Therapieaufbau methodenübergreifend zu gestalten, um dessen Inhalte individuell für Sie zu arrangieren. Wir arbeiten dabei mit Anteilen aus folgenden stimmtherapeutischen Verfahren:

1. Atem-, Sprech- und Stimmtherapie nach Schlaffhorst/ Andersen

Das Konzept nach Schlaffhorst/Andersen hat eine pädagogisch-künstlerische Basis und ist ein körperbezogen ganzheitlicher Ansatz. Im Mittelpunkt steht die Wechselwirkung zwischen den Funktionen Atmung, Bewegung und Stimme.

Hinsichtlich der Atmung schenken wir der Einhaltung des dreiteiligen Atemrhythmus (Einatmung – Ausatmung – Pause) besondere Aufmerksamkeit. Über Bewegungsübungen kann ein Gleichgewicht/ Eutonus wiedererlangt werden. Unser Hauptziel hierbei ist die Wiederherstellung gesunder und natürlicher Organfunktionen. Diese so genannte Regeneration kann man über fünf Wege – 1. Kreisen, 2. Schwingen, 3. Rhythmus, 4. Atmen und 5. Tönen – erreichen.

2. Atemrhythmisch Angepasste Phonation (AAP) nach Coblenzer/ Muhar

Grundlage für die AAP bildet das bewusste (Wieder-)Erlernen des so genannten Abspannens: Im Moment des Abspannens entweicht eine kleine Menge Restluft und unser Zwerchfell wird in die Ausatemposition nach oben „gesogen“. Daraufhin spannt es sich reflektorisch innerhalb von 0,2 Sekunden abwärts und die einströmende Luft ergänzt genau die Luftmenge, die beim zuvor gesprochenen Wort verbraucht wurde.

Im Zuge jenes körperlich-reflektorischen Vorgangs wird eine ökonomische Atem- und Stimmführung erwirkt. Basierend auf der, für die Stimmgebung wichtigen Einatmungs-Tendenz trainieren wir eine schnelle, geräuschlose und unwillkürliche Atemergänzung.

Laut Coblenzer kann somit keine Luft unnötig verschwendet werden und die Stimme bleibt tragfähig. Als Voraussetzung für effektives Abspannen gilt das präzise Lösen der Artikulationsmuskulatur.

Zum Trainieren dieses reflektorischen Vorganges bedienen wir uns verschiedener Übungen. Allen gemeinsam ist, dass zunächst eine ausreichende Grundspannung des Körpers mit costo-abdominaler Atmung aufgebaut wird.

Sprechabsicht (Intention), Beziehung und Begegnung spielen nach der Konzeption von Coblenzer und Muhar eine große Rolle. Man begreift verbale/ tonale Kommunikation als Schlüssel zu zwischenmenschlichem Kontakt. Übungen hierzu erfordern Vorstellungsvermögen und teilweise auch Ihren „schauspielerischen Einsatz“.

 

3. Manuelle Stimmtherapie nach Gabriele Münch (MST):

Dieses Konzept verbindet manuelle/osteopathische Methoden mit sprechwissenschaftlichen Erkenntnissen und entstand aus dem Bedarf, Patienten im Bereich der Logopädie direkte manuelle Therapieunterstützung anbieten zu können. Daraus resultierende Behandlungstechniken wurden von Gabriele Münch selbst entwickelt und aus dem Bereich der Osteopathie in das Therapiekonzept integriert.

MST wird innerhalb der Logopädie zur Diagnostik, Behandlung und Wiedererlangung der Funktionsfähigkeit bei:

  • Dysphonie (Stimmstörung),
  • Dysphagie (Schluckstörung),
  • Dysodie (Gesangsstörung),
  • myofunktioneller Störung,
  • Fehlbiss,
  • Facialisparese,
  • Recurrensparese,
  • Artikulations- und Atemstörung und
  • post-operativ

eingesetzt.

Hauptziel ist es, die Basis für eine gute Statik und Beweglichkeit der stimm-, schluck-, atem- und artikulationsgebenden Organe zu erreichen (z.B. physiologische Tiefenatmung, eutone Haltung, adäquate Kehl- und Kieferweite, gute Körperwahrnehmung und Resonanz).

Unter Berücksichtigung der klinischen Diagnostik führen wir mit Ihnen ein Anamnesegespräch und erheben einen spezifischen MST-Befundbogen. Dies geschieht auf Basis eines Sicht-, Palpations-, Bewegungs-, Stimm- und Schmerzbefundes.

Nach der Diagnostik werden Sie mit MST-Techniken im Bereich der betroffenen Körpergebiete, mit muskulären Dehnungen und Druckpunktmassagen behandelt. Zudem erhalten Sie eine Anleitung für häusliches Muskeltraining. Innere oder habituelle Haltungsmuster werden thematisiert und wenn möglich verändert.

 

4. Entspannungstechnik:
Progressive Muskelentspannung (Progressive Muskelrelaxation) nach Jacobsen

Bei der Progressiven Muskelentspannung arbeiten wir mit 16 verschiedenen Muskelgruppen, deren Spannung zunächst nacheinander für einige Sekunden aufgebaut/ gehalten und anschließend wieder gelockert wird.

Auf diese Weiseerreichen wir einen deutlich spürbaren Entspannungseffekt und lernen, die jeweiligen Spannungszustände unseres Körpers aktiv wahrzunehmen.

Die Technik der Progressiven Muskelentspannung ist sehr leicht zu erlernen.